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"Das Kirchdorf Malschwitz liegt 7 km nordöstlich von Bautzen an der von dieser Stadt nach Niesky fürenden Straße, nicht weit von der Stelle, an welcher die Spree aus dem Lausitzer Bergland in die norddeutsche Tiefebene eintritt."

 

Der Name ist slawischen Ursprungs und zeigt, dass der Ort von den Wenden gegründet worden ist. Auf ein sehr hohes Alter der Ortschaft lässt der Umstand schließen, dass sich ganz in der Nähe ein Urnenfeld befindet, welches den Bewohnern von Malschwitz in heidnischer Zeit als Begräbnisstätte gedient haben mag.                                                                                                                                                                                                                                         

Seit wann sich in Malschwitz eine Kirche befindet, ist unbekannt. Es finden sich "...keine geistlichen Nachrichten.." darüber. Sicher ist, das bereits vor 1600 ein Gotteshaus dort stand, zu welchem die Dörfer Pließkowitz, Niedergurig, Doberschutz, Briesing und das Vorwerk Kleindubrau gehörten. Die Kirchegemeinde umfasste ca. 1400 Seelen. Bis 1899 wurde sie viel umfangreicher. Denn bis zu diesem Zeitpunkt waren dann auch Jeschütz, Kleindubrau, Quatitz und Kronförstchen eingepfarrt. Niedergurig, welches sich seit der Reformation freiwillig zu Malschwitz hielt, eigentlich jedoch zur Bautzener St. Nikolai- Gemeinde gehörte wurde erst 1839 nach Malschwitz eingepfarrt.

 

Das mitten im Dorf gelegene Gotteshaus ist ein regelmäßig gebautes und sehr geräumiges Gebäude. Die Erbauung der Kirche in ihrer derzeitigen Gestalt fällt in das Jahr 1716. Vorher stand an selber Stelle eine kleinere Kirche aus Holz und Fachwerk, mit Schindeln gedeckt.

Ihre Räume waren für Kirchgänger aus Malschwitz, Doberschütz und Briesing berechnet.

  

 

"Ein großes Unglück hat das Dorf Malschwitz betroffen den 12. April - das war der Freitag vor dem Sonntag Palmarum- 1715. Nachdem der Abend herangekommen und die 9. Stunde verlaufen, kam in der sogenannten alten Schenke eine unvermutete Feuersbrunst aus. Selbiges Feuer fraß so gewaltig ium sich, dass in wenigen Stunden ein großer Teil des Dorfes in der Asche lag. Sonderlich das Haus des Herrn von Nostitz . Die ganze Hofröte (der Niederhof) samt allem Getreide und Vieh ist verbrannt. So ging auch die Kirche zugrunde. ..... Die schönen Glocken zerschmolzen, die große ist in 6 Stücken aus der Erde gegraben worden."


 

"Man begann alsbald mit dem Bau eines neuen Gotteshauses und zwar von bedeutend erweitertem Umfang, damit auch die Kirchgänger der sich freiwillig zu Malschwitz haltenden Dörfern darin Platz fänden. Das nunmehr massive jedoch mit Schindeln gedeckte Gotteshaus wurde am 11. November 1716 eingeweiht. Was den Kirchenbau anbelangt, so hat die christliche Gemeinde nicht nur reichlich Almosen zu diesem Bau gegeben, sondern auch viel 100 ja 1000 Fuhren und Handdienste dabei getan."

 

 

 


Am Tag "Bartholomäi" (24. August) 1717 wurde die große und die kleine Glocke aufgezogen, also ward am Tage Matthäi (21. September) 1730 die mittlere,...., hinaufgezogen.

 

 

 

1732 wurde die Mauer um die Kirche gezogen und im darauffolgenden Jahr die Linden darin gesetzt.

 

Die Erbauung der Kirche nahm somit einige Jahre in Anspruch und gibt Zeugnis von den Opfern, die die Gemeinde erbracht hat, wie in alten Aufzeichnungen bezeugt wird: "1719 war ein recht betrübtes Jahr, da von Ostern eine Teuerung einfiel. Und weil Gott in vielen Monaten keinen Regen gab, so wurde aus der Sommersaat sehr wenig. Auch ward großer Wassermangel und die Mühle konnte nicht mahlen.  .... Das Korn holte man häufig in Zittau und Dresden (mit Fuhrwerken!), weil es daselbst wohlfeiler als in Bautzen war. Sonst war ein sehr großes Elend und Hungersnot unter den Armen, da sie Streu, Hederich (Ackerrettich),

Sandweizen mahlen mussten und Brot davon aßen. .... Bettler waren sehr allgemein, man sah des Tages wohl 100 vor der Tür und die meiste lagen auf den Knien und baten um Gotteswillen um ein bischen Brot"

 

 


 

 

An die Erbauung des Gotteshauses erinnert noch heute die Zinnerne Taufschüssel vom Jahre 1717.


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Auch unser Altar stammt aus jenen Jahren. "... der Kanzelaltar mit seiner kunstvollen Schnitzerei, von Beschauern oft bewundert. Der Gemeinde aber predigt daran die Gestalt Gottvaters an der Kanzeltür, der die Kugel in der Hand hält, sowie der Auferstandene darüber und die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes in höchster Höhe von dem unwandelbaren Kern und Stern unseres Christenglaubens, den dreieinen Gott."



1749/50 wurde die Kirche mit einem Schindeldach gedeckt. "1751 haben wir den Kirchturm unter göttlichem Beistande gedeckt und um mehrerer Dauerhaftigkeit rot anstreichen lassen."

 

 

 


 

 

 

 

Die Kirche hat in ihren ersten hundert Jahren unruhige Zeiten und Kriegsbilder gesehen. 1745/46, besonders jedoch 1758, als preusische Truppen nach der Schlacht bei Hochkirch

 

 

 

hier einquartiert waren, Lebensmittel und Vieh requidierten und somit großen Schaden und Not verursachten. Das Kirchenbuch bemerkt 1758: "Viele Soldaten liegen auf unseren Feldern begraben. Gott mache der Verwüstung bald ein Ende."

 

 

 

 

 

 

 


1787 wurde, wegen "zunehmender Versammlung", im Schiff noch zusätzliche Bänke eingefügt, so "das die Frauenstände vermehrt wurden". Ebenso wurde die Kirche "durch und durch geweist, der Altar und die Orgel geputzt und vergoldet, die Bänke angestrichen, die Bücherbretter und Fußtritte durchgängig gemacht. Anstatt des bisherigen Taufengels wurde ein Ta

 

 

 


 

Bei der Schlacht um Bautzen (1813) wurde die Kirche zwar von einigen Kanonenkugeln  getroffen, blieb aber ansonsten unversehrt. Die Franzosen drangen jedoch in das Heiligtum ein, plünderten, ruinierten die Sakristeitür und verbrannten den Zaun des Pfarrgartens.

 

Nach einer umfassenden Erneuerung des alten hölzernen und darum der Verwitterung unterworfenen Turmes 1836 folgte 1868 eine Gesamterneuerung der Kirche.

Unter allgemeiner Bereitschaft der Gemeinde und Kirchenbehörde wurden folgendes "zur zeitgemäßen Erneuerung ins Werk gesetzt":  Umbedeckung der Kirche mit Ziegeln, Umspindung des Dachbodens, Anbringung einer Lattendecke, Belegung des Fußbodens mit Granit- bzw. Ziegelplatten, Reperatur der Bänke, Verlegung der Sakristei nach Süden ("von Mitternacht nach Mittag"), Anbau einer massiven Vorhalle, allgemeiner Anputz, Anstrich von Kirche und Turm, Befestigung der Freitreppe zur Malschwitzer und Pließkowitzer Loge.

 

1894 wurde eine neue Orgel mit 20 klingenden Registern aufgestellt.

"An Jedem Sonn- und Feiertag findet sowohl wendischer auch als deutscher Gottesdienst statt. Im Jahr 1900 gab es 46 Taufen, 13 Trauungen, 27 Beerdigungen und 1803 Kommunikanten (1645 wendische und 149 deutsche).

 

 

 

 

 


Alle Inhalte und Zitate sind entnommen:

Blätter zum Gedächtnis des 200jährig. Bestehens der Kirche zu Malschwitz im Jahre. 1916, Dargeboten von Pfarrer Mickel


Kirchgemeinden Malschwitz/Guttau und Quatitz