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Die Quatitzer Kirche entbehrte lange ein Patrozinium. Bereits in den ersten Jahren nach ihrer Entstehung bemühte sich Pfarrer Säring um ein solches und zwar in Anlehnung an das Altargemälde, das Christus als den "Guten Hirten" darstellt. Das Vorhaben scheiterte an unterschiedlichen Meinungen der Mitglieder des Kirchenvorstandes.

                                                                                                                                                                        

Erst anläßlich des 50. Jübiläums 1949 mit Überwindung der Kriegsschäden, griff  Pfarrer Reinisch diesen Gedanken erneut auf. Mit seinem Weggang aus Quatitz aufgrund politischer Widersprüche zwischen ihm und deutschen sowie sorbischen Gemeindegliedern wurde dieser Gedanke jedoch nicht weitergeführt.

 

1977 trat der Kirchenvorstand unter Vorsitz Pfarrer Englerts mit der Bitte an das ev.-luth. Landeskirchenamt heran, für die Quatitzer Kirche mit Wirkung des Herbstweihtages 1977 den Titel "Zum Guten Hirten" führen zu dürfen.

Als Begründung heißt es unter anderem, dass nach der abgeschlossenen baulichen Instandsetzung der Kirche, einschließlich der Umgestaltung des Altars ein dafür angemessener Zeitpunkt gekommen sei. Diese Umgestaltung erfolgte durch die rigorose Beseitigung des bisherigen Altarretabels und in der Entfernung des Altargemäldes, das von nun an in einem schlichten Rahmen in der Portalhalle des Turmes angebracht war.

 

 

 

 

 

Wörtlich heißt es in der Bitte des Kirchenvorstandes: "...Wenn auch das Bild kein überaus großes Kunstwerk ist, es gehört es der Nazerenerschule an, hat dennoch die Innigkeit, mit welcher es gemalt ist, nachhaltigen Einfluß ausgeübt. ...Der Sinn des evangelischen Geheimnisses, das in dem Bild vom ´Guten Hirten´ zum Ausdruck gebracht werden soll, ist der Gemeinde so lieb und wert, das sie den neuen Platz des Bildes auf vielfältige Weise schmückt. Die Bedeutung des Bildes für die Gemeinde ist für den Kirchenvorstand ganz deutlich. Deshalb hat er ihm auch den neuen hervor`stechenden` Platz gegeben. Der Kirchenvorstand möchte nun gern den frommen Sinn der Gemeinde dahingehend stärken, indem er für die Kirche den Sinn des Bildes als Titel erbittet."

 

 

 

Es ist nur schwer zu verstehen, daß dem Inhalt des Gemäldes einerseits eine so große Bedeutung beigemessen wird, auf deren Basis sogar die Beantragung des Patrozinium erfolgt, das Gemälde andererseit jedoch von seinem prädistinierten Standort am Altar abgenommen wurde. Die Abnahme des Altargemäldes wurde als "Neugestaltung" bezeichnet. Ist dieser Vorgang im Zusammenhang mit anderen Neu- bzw. Umgestaltungen von Kirchenräumen im Sozialismus zu betrachten?

 

Das ev.-luth.. Landeskirchenamt Sachsen fasste am 15. November 1977 den Beschluss, daß die Kirche zu Quatitz das Patrozinium "Zum Guten Hirten" führen darf. Im Christnachtsgottesdienst am 24. Dezember 1977 wurde der Gemeinde das bestätigte Patrozinium bekannt gegeben.

Unter Pfarrer Noak erhielt das namengebende Gemälde 1996 seinen Platz auf dem rekonstruierten Altarebel zurück. Der "Gute Hirte" kommt seitdem wieder von vorn seiner versammelte Gemeinde entgegen.

 

 

 

Alle Inhalte und Zitate sind entnommen:

"Einhundert Jahre evangelisch- lutherische Kirche und Kirchgemeinde", Lusatia Verlag Bautzen, Bautzen 1999


Kirchgemeinden Malschwitz/Guttau und Quatitz