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Die Kirchlichen Verhältnisse  bis zum Jahre 1899

 

                                                                                                                                                                        

Quatitz, umgeben von den Kirchorten Radibor, Klix Malschwitz, Purschwitz und Bautzen war keine eigene Parochie, jedoch von den umgebenden Kirchorten recht weit entfernt, wie die Karte zeigt. Gläubige aus Quatitz und den umliegenden Orten gehörten seit einigen hundert Jahren zur östlich der Spree gelegenen Kirche Malschwitz.Kirchenbücher, seit 1684 erhalten, belegen dies.So ist z.B. ersichtlich, dass die Pfarrer von Malschwitz auch an den Bewohnern von Quatitz, Jeschütz, und Kleindubrau kirchliche Amtshandlungen vollzogen haben. Anzunehmen ist, dass diese kirchliche Verbindung schon vor 1684 bestand. Krohnförstchen und Dahlowitz werden erst um 1730 in den Malschwitzer Büchern erwähnt.

 

Zuvor gestalteten sich die kirchliche Verbindungen folgendermaßen:

Zu Beginn des 14. Jhd. gehörte Quatitz zum Besitz des Bautzener Bürgers Hans von Bischoffswerde und ca. 1360 dem, ebenfalls dem städtischen Bürgertum angehörnden, Jan Ursus. Der damit verbundene Status als Ratsdorf ermöglichte dem städtischen Bürgertum "direkte Handeslsbeziehungen". Bauern der Ratsdörfer waren dem Feudaldruck weniger ausgesetzt, da sie der Abgabeordnung und Feudalabhängigkeit, die gefordert hatten, alle Arbeitsergebnisse zunächst der Gutsherrschaft zuzuführen, nicht unterlagen. Vermutlich ist es in dieser Zeit zu einer stärkeren kirchlichen Bindung der Quatitzer an die Stadt gekommen.

 

Nach der Erichtung der Kapelle des Heiligen Nikolaus auf dem Weinberg des Hermann von Uhnasch um 1407 wurden vermutlich einige Bautzener Gemeinden nach St Nikolai umgepfarrt. Spätestens aber nach Errichtung der neuen Kirche St. Nikolai wurde auch Quatitz hier eingepfarrt.

Im Ergebnis des Schmalkaldischen Krieges verlor Bautzen durch den Pönfall neben verschiedenen Privilegien auch alle Ratsdörfer. die später wieder an den Adel zurückfielen.

Seit 1515 befand sich Quatitz bereits im Besitz des Heinrich von Metzradt aus Herbigsdorf, kam 1531 an Nikolaus von Gersdorff auf Malschwitz und gehörte 1600 Anselm von Loga. Somit ist anzunehmen, dass Quatitz z. Z. des Pönfalls bereits kein Ratsdorf mehr war.

 

1613 ist Quatitz im Besitz von Christian von Nostitz, von dem es 1630 an Adolph von Gersdorff nach Malschwitz überging. A.v. Gerdorff war ein Verfechter der reformierten Kirche und vertrat deren Lehre auch auf dem Landtag zu Prag 1619. Sein Einfluss auf die Quatitzer ist die Ursache, dass sie sich 1634 nach dem protestantischen Malschwitz wandten, als die katholische Kirche St. Nikolai in Bautzen bereits zerstört war.

 

Das auch noch zu Beginn des 20. Jhd. als "konfessionell gemischt" bezeichnete Dorf Dahlowitz war seit 1615 in die katholische Kirche "Unserer Lieben Frauen" in Bautzen eingepfarrt. Evangelische Bewohner von Dahlowitz erhielten, laut Überlieferung das Heilige Abendmahl in Malschwitz, alles anderen jedoch in "Unserer Lieben Frauen" in Bautzen.

Die katholischen Einwohner von Luttowitz, Merka, Bornitz mit Neubornitz und Großdubrau waren in die katholische Gemeinde Radibor eingepfarrt. Die Evangelischen Einwohner dieser Orte wandten sich nach Milkel. Erst 1857 wird Großdubrau in die evangelische Kirche zu Klix umgepfarrt. Die offizielle Einpfarrung der Orte Quatitz; Jeschütz, Kleindubrau und Kronförstchen nach Malschwitz erfolgete jedoch erst 1839.

 

Diese kirchlichen Verhältnisse, die geographische Lage (Quatitz ist etwa der Mittelpunkt der umliegenden Dörfer) und der Umstand, dass es etwa seit der 2. Hälfte des 18. Jhd. eine ev.-luth. Schule gab, sowie seit dem 17. Jhd. eine Begräbnisstätte, machten Quatitz zu einem prädistinierten Kirchenstandort.

 

Im Jahre 1861 bedauern die Quatitzer Sorben, dass es zwischen Göda und Klix, Bautzen und Milkel keine Kirche gab, in der Gottesdienste in sorbischer Sprache abgehalten wurden. Außerdem klagen sie über die empfindlich spürbare Unterdrückung ihrer Nationalität, ihres Brauchtums und der damit einhergehenden Einschränkung ihrer geistigen Entwicklung. Die Forderung nach einer sorbisch-evangelischen Kirche fand damals Unterstützung durch Vermögende Sorben und wurde sogar von der "Obrigkeit" akzeptiert. Um 1862 ist die Errichtung einer Kirche dann besonders lebhaft disskutiert worden. Grundstücke wurden gekauft, Spendensammlungen durchgeführt, eine Rente für die zukünftige Geistlichkeit der Kirche in Aussicht gestellt- aber es sollten noch einige Jahre ins Land gehen, ehe der Wunsch Realität wurde.

 

Schließlich sei noch ein Umstand erwähnt, der den Wunsch nach einer eigenen Kirche verstärkt haben mag. Nordwestlich von Quatitz war in der sorbischen Diasporagemeinde Luppa 1878/79 eine evangelische Kirche  mit maßgeblicher Unterstützuing des Gustav- Adolf- Vereins errichtet worden. In Storche (20 km südwestlich von Quatitz) entstand die katholische "Herz- Jesu -Kirche" und in Bautzen wurde die neue evangelische "Maria-Martha-Kirche" ihrer Bestimmung zugeführt.

 

Alle Inhalte und Zitate sind entnommen:

"Einhundert Jahre evangelisch- lutherische Kirche und Kirchgemeinde", Lusatia Verlag Bautzen, Bautzen 1999


Kirchgemeinden Malschwitz/Guttau und Quatitz